Home Luftfahrt - Pioniere
Benutzerbewertung: / 2
SchwachPerfekt 

 
 

OTTO LILIENTHAL (1848 - 1896)

Otto Lilienthal wurde am 23.5.1848 in Anklam (GER - Mecklenburg-Vorpommern) geboren. Er besuchte das Gymnasium in Anklam (u.a. Vogelstudien, Mathematikunterricht bei Gustav Spörer - bedeutender deutscher Astronom). Danach besuchte er die Provinzial-Gewerbeschule in Potsdam; nach einem Jahr Praktikum bei der Firma Schwartzkopf in Berlin (Maschinenbau) folgten drei Jahre Königliche Gewerbeakademie in Berlin.

Mit seinem Bruder Gustav probierte er in der Jugendzeit irgendwie fliegen zu können wie die Vögel - doch ohne Erfolg. Rückblickend sagte Lilienthal: "Man kommt leider fast niemals über den ersten Versuch hinaus, der gewöhnlich damit endet, ...dass man mit heilem Apparate nicht wieder zur Erde herunterkommen kann." Luftkräfte musste man also irgendwie kalkulierbar beherrschen. Das Rüstzeug erhielt Otto Lilienthal durch sein Maschinenbaustudium in Berlin. Ihm wurde danach bewusst: "Der Vogelflug: ...die Fliegekunst ist also ein Problem, dessen wissenschaftliche Behandlung vorwiegend die Kenntnis der Mechanik (Physik) voraussetzt." Und so arbeitete er zunächst experimentell und theoretisch mit Modellen im Sinne von Leonardo da Vinci. Eines seiner Forschungsergebnisse ist uns heute noch bekannt, die: "Lilienthalsche Polarenkurve" eines Flügelprofils.

Lilienthal begann mit Untersuchungen der Luftkräfte ebener Platten. Die Ergebnisse wichen erheblich von bekannten theoretischen Werten ab, und die berechnete Flugleistung war sehr hoch. Er wendete sich nun gewölbten Platten zu - denn Lilienthal sagte sich: "...wir wissen alle, dass der Vogelflügel keine Ebene ist." Dazu untersuchte er auch Vogelflügel mit Rücksicht auf ihre Aeroelastizität und stellte dann überraschend fest, dass bei ca. 10% Profilwölbung ein enormer Auftrieb mit kleinem Widerstand auftritt. Dann folgten Untersuchungen der Widerstände bezüglich Spannweiten und Formen der Flügelspitzen. Ferner entwickelte er für den Flügelschlagflug einen Kohlensäuremotor, denn Dampf- und Verbrennungsmotoren waren zu schwer.

Otto Lilienthal bei einem seiner über 2000 Gleitflügen...

Mit seinen experimentellen Ergebnissen konnte Lilienthal schließlich tragfähige Flügelflächen berechnen. Er glaubte anfangs, es genüge, den Schwerpunkt unter die Auftriebskraft zu legen. Bei den Flugversuchen bemerkte er jedoch ein "Hin- und Herwandern" der Luftkraft, sodass er die stabilisierende und dämpfende Seiten- und Höhenflosse vorsah - stabilisierend heißt, dass dadurch nach einer kleinen Störung (Böe) das Fluggerät allein in die ursprüngliche Fluglage zurückkehren sollte. So kam Lilienthal noch zu der Einsicht: "... das stabile, freie Fliegen im Kampf... des Windes, und das sichere Landen... sind Faktoren, ... die das Wesen der praktischen Flugtechnik ausmachen."

Otto Lilienthal führte im Laufe seiner Arbeit etwa 2000 Gleitflüge durch (die Nachbauten der Flugapparate können heute im Otto-Lilienthal-Museum in Anklam bei Greifswald besichtigt werden), er stürzte jedoch am 9.8.1896 beim Langsamflug durch eine durchziehende Böe ab. Sein Tod löste Betroffenheit aus, doch die Brüder Wright führten unverzüglich seine Arbeiten fort, bis zum Durchbruch des Motorfluges. Trotz der erfolgreichen Flüge von Otto Lilienthal und den Wrights scheiterten viele Flugpioniere bei ihren Versuchen.

Nachbau eines Gleiters


Man könnte sagen, das war der Anfang zum heutigen gemütlichen Flug in den Urlaub...

 
 

Wetter

Das Wetter heute